Abteilung Schule-Hochschule-Medien
Schulpastoral im Bistum Fulda
Genese
Seit dem Schuljahr 2002/2003 gibt es an öffentlichen Schulen im Bistum Fulda Schulpastoral. Das Projekt begann mit sechs im Religionsunterricht eingesetzten kirchlichen Bediensteten. Sie sind für die Wahrnehmung schulpastoraler Aufgaben mit jeweils 4 Wochenstunden eingesetzt. Hinzu kommt an einer weiteren Schule ein staatlich angestellter Religionslehrer. Die Finanzierung erfolgt hier im Umfang zweier Wochenstunden durch die Schule. In dieses Projekt sind alle Schulformen einbezogen: Grundschule, Förderschule, Gesamtschule ohne gymnasiale Oberstufe, Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, Berufschule. An zwei Schulen gibt es für Schulseelsorge jeweils eine Kraft der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen und Waldeck. Inzwischen ist an einer weiteren Schule (Gymnasium) Schulpastoral eingerichtet worden, ergänzend zum bestehenden Angebot der evangelischen Kirche. An zwei weiteren Schulen nehmen Diakone im Nebenamt, die dort als staatliche Lehrer tätig sind, Aufgaben der Schulpastoral war.
Schulpastorale Arbeit wird eingerichtet, wenn Seitens der Schule der Wunsch nach solch einem Angebot besteht und eine kirchlich angestellte Lehrkraft im Religionsunterricht an der Schule tätig ist oder eine staatliche Lehrkraft dafür freigestellt wird. Das Angebot von Schulpastoral ist so Bestandteil des Schulprogramms. und grenzt sich von Schulsozialarbeit deutlich ab, wenngleich auch zur Schulpastoral Beratungsarbeit in Krisensituation gehört.
Wirkungen
Schulpastoral macht durch die handelnde Person und deren Angebot Kirche in Schule sichtbar. Am auffälligsten geschieht dieses durch: Schulgottesdienstangebote zur Einschulung, zum Schulabschluss und bei gemeinsamen Gottesdienstfeiern meist zum Ende eines Schulabschnittes oder zu aktuellen Anlässen, wie Unglücksfällen oder Gedenktage. Kirche prägt somit die Feier- und Gedenkkultur in der säkularen Schulgemeinde. Dem gegenüber steht das individuelle Bemühen um Kinder und Jugendlichen in Krisensituationen durch Beratungs- und Begleitungsangebote. Die in der schulpastoralen Arbeit Tätigen bestätigen, dass in der Bandbreite dieses Angebotes auch die Anerkennung von Kirche im Kollegium wächst. Diese Wertschätzung ist oft die Basis von pastoralen Gesprächen im Kollegenkreis. Verstärkte Anfrage nach Schulpastoral von Schulleitungen, die von den positiven Wirkungen dieser Arbeit an Nachbarschulen wissen, sind ebenfalls als Zeichen der Wertschätzung zu werten.
Differenzierung
Schulpastoral grenzt sich ab von Angeboten der Schülerseelsorge, wie sie im Bistum Fulda vom Seelsorgeamt angeboten werden. Die dort angebotenen Tage der Orientierung sind ein Angebot von Kirche an die Jugendlichen, meist an bestimmten Lebensabschnitten, wie Schulentlassung. Ziel ist hier, Jugendlichen ein Orientierungsangebot im spirituellen Bereich zu geben. Schulpastoral dagegen versteht sich als Mitgestaltung des Lebensraums Schule durch Angebote der christlichen Glaubensgemeinschaften.
Schulpastoral in einer sich verändernden Schullandschaft
Im Zuge der Schulreform erhalten die einzelnen Schulen größere pädagogische und organisatorische Gestaltungsmöglichkeiten. Staatlichen Schulen können dabei auf Erfahrungen zurückgreifen, die sich in den katholischen Schulen in freier Trägerschaft seit vielen Jahren bewährt haben. Schule darf "nicht allein als Organisation eines möglichst effektiven Unterrichts verstanden werden; sie muss ein gestalteter Lern- und Lebensraum werden".
Die bewusste Gestaltung der Schulkultur ist für alle am Schulleben Beteiligten von großer Bedeutung. ... Für die Schülerinnen und Schüler ist die Schule neben der Familie ein wichtiger sozialer Ort, an dem sie wertebildende Erfahrungen machen. Die Gestaltung des Schulgebäudes, die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln des täglichen Miteinanders und nicht zuletzt das Handeln der Lehrerinnen und Lehrer sind für die Werteerziehung meist bedeutsamer als Lehrpläne und Unterrichtsthemen. Zur Schulkultur gehören an vielen Orten schulpastorale Angebote, die sowohl mystagogisch als auch diakonisch ausgerichtet sind. Schulgottesdienste, Meditationsgruppen, Exerzitien, Schulendtage, Streitschlichterprogramme, Schülercafés, Eine-Welt-Aktionen, die Begleitung von Schülerinnen und Schülern in Problemsituationen sind nur einige Beispiele. Die unterschiedlichen Ansätze und die vielfältigen Angebote der Schulpastoral sind auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet: sie wollen allen am Schulleben Beteiligten Erlebnis- und Erfahrungsräume für das Leben- und Glaubenlernen eröffnen.
Schulen in der Diözese Fulda mit schulpastoralem Angebot
Baunatal, Erich-Kästner-Schule (IGS)
Borken, Gustav-Heinemann-Schule (KGS)
Erlensee, Georg-Büchner-Schule (KGS)
Freigericht-Somborn, Kopernikusschule (KGS + Oberstufe)
Gelnhausen, Berufliche Schulen (BS)
Gelnhausen, Grimmelshausengymnasium (Gym)
Hanau, Pedro-Jung-Schule (Förderschule)
Hanau-Großauheim, Lindenauschule (IGS)
Hünfeld, Konrad-Zuse-Schule (BS)
Kassel, Goetheschule (Gym)
Kassel, Unterneustädter Schule (Grundschule)
Schlüchtern, Ulrich-von-Hutten-Gymnasium
Beispiele aus der Praxis der Schulpastoral



Aktuelle Meldungen
Papst Benedikt dankt für Geburtstagswünsche
Für die Wünsche aus Anlass seines 85. Geburtstages hat Papst Benedikt XVI. dem Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen durch einen von Erzbischof Angelo Becciu unterzeichneten Brief seinen Dank übermittelt.Weihbischof Diez weiht Filialkirche in Gerstengrund
Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez wird am Mittwoch, 16. Mai, um 17.30 Uhr die Filialkirche Maria Hilfe der Christen in Gerstengrund weihen.Bischof Algermissen beim Katholikentag in Mannheim
Bischof Heinz Josef Algermissen wird am Samstag, 19. Mai, am Vormittag den Stand des Bistums Fulda auf dem 98. Deutschen Katholikentag in Mannheim besuchen.Feiertagsgedanken in hr1
Innerhalb des Magazins „hr1 am Feiertag“ wird Pfarrer Manuel Neumann (Meerholz-Hailer) an Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 17. Mai, um 7.45 Uhr im zehnminütigen Verkündigungsbeitrag „Feiertagsgedanken“ die Ansprache halten.„Moment mal!“ in hr3
Innerhalb der Verkündigungssendung „Moment mal!“ im 3. Programm des Hessischen Rundfunks (hr3) wird am 15. und 17. sowie am 20. Mai Oberstudienrat i. K. Klaus Depta (Fulda) zu hören sein.RSS-Feeds abonnieren
News und Informationen aus dem Bistum - schnell und komfortabel via RSS


